24 h für die VIERLINGE | 25 h GEKÄMPFT 

Wenn eine Idee, ein Traum, zu einem „wirklichen“ Projekt wird…

Ich hatte schon lange dieses Projekt im Kopf, einmal den Feuerkogel 24 h lang auf und ab zu laufen. Mein Hausberg, auf dem ich nicht nur das Schifahren gelernt habe, sondern auch die Leidenschaft zum Trail-Running entdeckt hab. Ja da oben ist schon viel passiert. Wenn ich an diesen Berg denke, kommen einige Emotionen hoch. Also, es musste eine kleine Motivation her um die Aktion sicher starten zu können. Der Grund war dann sehr schnell gefunden. Eine Spendenaktion für die Vierlinge einer Familie aus Desselbrunn.

Also aus eigener Kraft den Feuerkogel rauf & runter um einer Familie etwas zurück zu geben. Warum ihnen etwas zurückgeben? Die Mutter der Kinder hat mir damals, bei meinem ersten 100 Meiler, sehr geholfen. Sie arbeitete bei einer Labstation die für mich ausschlaggebend war. In der zweiten Nacht gings einfach um mehr als nur Essen & Trinken… Da hat so eine Versorgung auf einmal einen ganz anderen Wert bekommen. Aber das soll hier jetzt nicht Thema sein, nein, ich möchte euch über diese, manche würden „wahnsinnige“, Aktion erzählen.

Die Vierlinge, 4 Kinder im Alter von 10 Jahren, sind voller Lebensfreude. Sie sind im Alltag sehr selbstständig, soweit es ihnen eben möglich ist, und trotzdem benötigen sie Hilfe. Aufgrund ihrer Beeinträchtigungen mehr Hilfe als andere Kinder. Genau diese Hilfe nimmt immer wieder finanzielle Mittel in Anspruch, und diese summieren sich. Genau da wollte ich etwas tun, einen Beitrag leisten, und so, mit dieser Aktion Spenden sammeln um es der Familie etwas einfacher zu machen, sich Hilfe zu nehmen, wenn sie nötig ist. 

 

Am Freitag den 23. Oktober 2020 um 11 Uhr ging es dann endlich los. Bei der Talstation der Feuerkogel Seilbahn haben wir, ich und meine Begleiter & Unterstützer, eine kleine Labstation aufgebaut. Alles Wichtige war da, mit dem besten Wissen und Gewissen versorgt und vorgesorgt. Um Punkt 11 Uhr fiel der „Startschuss“. Es ging das erste Mal den Aufstieg rauf auf den Feuerkogel. Dieser erste Gang war noch sehr einfach und voller Energie. Mit vielen Begleitern am Weg und „Mitfieberern“ bei der Labstation. Fast schon Bestzeit verdächtig war ich nach knapp mehr als 2 h wieder im Tal zurück. Vielleicht zu schnell…!??

Der Weg führte immer wieder über den Schulerberg, die Katzenwolferlklause, den „Sommerweg“ hoch, weiter über die Piste bis zur Bergstation der Seilbahn. Und denselben Weg wieder zurück ins Tal. Bis 01:26 Uhr schaffte ich so 5 Runden rauf & runter. Meine Begleiter wechselten sich ab, sodass ich immer Unterstützung dabeihatte. Das war wirklich gut, denn so verging die Zeit und das Gehen lief fast wie von selbst. Die Vierlinge, die beim Start natürlich vor Ort waren, schliefen währenddessen in ihren warmen Betten zuhause. Nur der Familien-Papa ließ es sich auch nicht nehmen mitzugehen.

Mit der Zeit hatte dann natürlich schon jede Runde ihre Höhen und Tiefen. Aber es ging echt noch immer sehr gut. Und ich war motiviert. Bei der Labstation achtete ich immer darauf genug zu essen und zu trinken. Also versuchte ich so, alles richtig zu machen.

Nach der 5. Runde kam dann allerdings ein Einbruch. Ich musste kreislaufbedingt eine Pause einlegen. Diese dauerte letztendlich doch länger als anfangs gehofft. Gleich zweimal zog es mir die Beine weg, im Sitzen wäre ich fast kollabiert. Das war gar nicht gut. Leichte Verzweiflung kam hoch. Kann ich weitermachen? MUSS ich jetzt aufhören? Was denken sich die anderen. Ich will unbedingt weitergehen. Nur eine kurze Pause. Das darf SO nicht enden…

Mittlerweile hat auch das Wetter umgeschlagen. Regen, Nebel und Wind deckten den Berg ein.

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit und ein paar Stunden später, habe ich den Gedanken an den Abbruch zum Glück erfolgreich wieder beiseitegeschoben, und es ging in den frühen Morgenstunden wieder weiter. Gut gestärkt, der Kreislauf stabil und gegen das Wetter gewappnet, ging es wieder rauf auf den Feuerkogel. 

Wieder mit Begleitung und den Nachwirkungen der ersten Runden in den Beinen. Schon etwas gezeichnet schaffte ich die 6. Runde und dann noch den 7. Aufstieg in das „Ziel“ oben am Berg. Dieser letzte Aufstieg war ganz wichtig. Hatte ich da doch die beste Begleitung, DEN besten Begleiter. Oben wurde ich, mit etwas Verspätung, bereits von den Vierlingen erwartet. Knapp über 25h hatte ich somit auf der Uhr stehen. Das Glück, die Erleichterung im Gesicht, völlig überwältigt und dankbar im Herzen kam ich nach mehr als 81 km und knapp über 7700 bewältigten Höhenmetern auf meinem Hausberg an.

 

Ich bin somit zwar keine 24 h durchgelaufen, aber ich habe 25 h gekämpft. Für die Vierlinge, für einen guten Zweck. UND auch für mich. Für meine Vergangenheit, wegen meiner Geschichte. 

25 h die mir wohl ewig in Erinnerung bleiben werden. Weil ich 4 Kindern und ihrer Familie ein Lachen ins Gesicht gezaubert habe. Weil so eine noch festere Freundschaft mit ihnen entstanden ist. Weil ich mal wieder gemerkt habe wie wichtig Freunde sind, weil sie einfach da sind, mithelfen und einen unterstützen. Weil ich für all das so dankbar bin, so überwältigt. Weil es unbezahlbar ist wie selbstlos Freundschaft sein kann, sein darf, einfach ist. 

Und wiedermal durfte ich erfahren, dass es einfach das Wichtigste ist gesund zu sein. Egal ob eine Pause nötig war oder nicht, ich denke diese musste wohl genauso sein. Im Endeffekt war ich im Stande überhaupt zu gehen, und genau das war bis vor einigen Jahren noch nicht mal möglich…

 

 

Spenden sind noch möglich:

Tina Hitzenberger, AT80 3451 0890 0573 7010, Verwendungszweck: 24h für die Vierlinge

Für die Vierlinge!