100 mEiLeN iM bAuCh

JUHUUU – das erste Trimester ist geschafft, wir haben die ersten 12 Wochen überlebt. 

Jetzt darf es endlich ganz offiziell weitererzählt werden. Jetzt sind wir ganz offiziell schwanger. Klar, es kann immer noch was passieren, aber die heikelste Phase ist vorbei. Und genau darin liegt jetzt die Kunst, mir das immer wieder einzureden, damit ja keine Panik aufkommt (was das Thema angeht ob was passiert oder eben nicht…). Vielleicht kennt das ja die ein oder andere Mama die hier mitliest. Man(n), bzw. Frau weiß im Grunde, dass alles passt, und es fühlt sich auch so an. Das eigene Bauchgefühl bestätigt ja genau das, aber dann kommt doch immer wieder dieses Gefühl hoch. Passt auch wirklich alles? Ich spüre ja noch nichts, der Bauch wächst noch nicht, oder zu schnell, oder irgendwie komisch. Wenn man was tut, aufhebt, arbeitet kommt sofort die Stimme im Kopf: „Das war zu viel!!!“ Diese Unsicherheit – was ist denn nun richtig und was ist falsch? Wer kennt das auch von euch Mamas?

 

Im ersten Trimester habe ich da gar nicht so viel drüber nachgedacht, weil ich ja eh die meiste Zeit nur rumgelegen bin. Da habe ich mich mehr über den damaligen Zustand geärgert und den Kopf zerbrochen. Aber jetzt, jetzt kann ich wieder raus, kann mich wieder mehr bewegen. Es geht uns besser. Und das muss natürlich ausgenutzt werden. Es ändern sich nicht nur die täglichen Aktivitäten (von Rumliegen zu Rumlaufen), sondern damit auch wieder die Gedanken.

Was das in meinem Fall heißt? Richtig, ich gehe und wandere was das Zeug hält. Viel geht natürlich nicht mehr, so max. 2 h. Aber immerhin, manch andere wären unter „normalen“ Umständen froh, wenn sie 1x/Woche 2 h schaffen. Und welche Strecke eignet sich dazu am besten? Richtig, mein kleiner geliebter Hausberg (ich verrate hier jetzt nicht welcher das ist, sonst werde ich dort noch verzweifelt gesucht…). Also wird dieser fast täglich erklommen. Keine 400 hm, gerade mal 8 km von Haustür zu Haustür, und ganz bald brauchen wir schon fast 2 h für diese Runde. Man beachte, unter normalen Umständen mache ich diese Runde „mal schnell“ unter 1 h… Aber ich weiß, DIESE, aktuellen, Umstände ändern das ganze eben ein wenig 😉

 

Also, den kleinen Hausberg rauf und runter, spazieren wann es möglich ist und ein wenig am Hometrainer strampeln. Einfach bewegen, für den Kopf, für die Psyche, das allgemeine Wohlbefinden eben. Von Training oder Ähnlichem sind wir da weit entfernt. Aber, es sind sogar nochmal ein paar Yoga-Stunden möglich. Zwar nur online, weil die paar wenigen Versuche für eine Outdoor-Einheit fielen leider sprichwörtlich ins Wasser. Das kommt aber auch wieder, und auf das freu ich mich schon ganz besonders: auf UNSEREM Yoga-Badeplatz, mit der wohl schönsten Kulisse auf Erden! In diesem Sinne, hoffen wir auf einen kurzen und milden Winter!

 

Das 2. Trimester – ES bewegt sich wieder, mit mal mehr, mal weniger Bedenken. Aber immer ganz fest drauf bedacht, dass das Bauchgefühl stimmt. Immerhin, wir sind schwanger und nicht krank, und was der Mama gut tut kann den Zwergen ja auch nicht schaden. 

Diese Zeit (so 2-3 Monate), war mitunter die angenehmste. Man wurschtelt so vor sich hin und freut sich, dass da was wächst im Bauch (achja, nicht zu vergessen, das was da wächst ist ja zu zweit). Macht das was man noch, oder wieder, gut machen kann, und hofft natürlich trotzdem, dass alles passt. 

Was meine Arbeit angeht, das war ganz schnell wieder gar nicht so einfach. Klar machte ich Kurse, allerdings nur mehr die ruhigen, für meine Kunden, für mein Wohlbefinden und natürlich auch für das Bankkonto. Manchmal kam mir schon der Gedanke, es wäre wohl besser ich hätte eine Festanstellung. Dann wäre das Ganze nicht so kompliziert und die finanzielle Absicherung wäre auch gesichert. 

Aber wenn man seinen Traum leben will & darf und das auch tut, dann muss man eben auch die nicht so einfachen Seiten davon annehmen.

 

Immer wieder mal kam mir in dieser Zeit eine Aussage in den Sinn…:

„Man bekommt immer das, was man gerade braucht.“ 

Und auch nur deswegen, weil man es gerade meistern kann. 

So lasse ich das jetzt einfach mal stehen…

Ja, denn diese Blog-Reihe darf nicht nur lustig und sarkastisch sein, es darf auch ein wenig tiefgründig sowie eindeutig zweideutig sein und zum Nachdenken anregen. 

 

Jetzt aber wieder Schluss damit, bevor ich wirklich noch jemanden vergraule hier…

Wisst ihr was ich nach wie vor unglaublich finde? Das was der menschliche, um genau zu sein, der weibliche Körper hier alles leistet. Ich bin jetzt ja nicht gerade jemand von der faulen Sorte. Also ich kann zumindest mitreden, wenn es um körperliche Anstrengung geht, was es heißt über seine Grenzen zu gehen, wie es sich anfühlt, wenn man (für manche) unvorstellbare Leistungen vollbringt. 

Für mich ist das eigentlich normal, es gehört für mich quasi zum Leben dazu. 

Um es genauer zu erläutern: einige von euch wissen ja, dass ich grundsätzlich ab und zu ganz gern mal in den Bergen herumlaufe, mal länger, mal höher, mal weiter, aber immer halt etwas abnormal viel 😉 Also kam mir dann der Vergleich in den Sinn. Ich schaffe es einen 100 Meiler zu laufen (ja wirklich, ich kanns selber immer noch nicht so ganz fassen), okay eigentlich waren es 100 Meilen und ein paar zerquetschte (wie man so schön sagt), und dann werde ich schwanger. Und plötzlich wird so ein 100 Meiler zum Spaziergang… Ich meine, 42 h (ja ich hab echt so lange gebraucht, das zu unterbieten ist aber eh schon in Planung) in den Bergen herumzulaufen ist doch kein Vergleich zu 9 Monaten Schwangerschaft. Und ich hatte anfangs noch die Hoffnung, dass es gar nicht so lange dauert. Die ersten 3 Monate waren allerdings eh schon ausreichend um zu sehen, dass ein 100 Meiler dagegen ein Spazierer ist. Wäre es damit nur erledigt, folgen noch einige Monate um die 9 voll zu machen. Es geht also weiter, aktuell im 2. Trimester, wie lange das Dritte noch werden soll, das kommt noch.

 

Was ich damit betonen will, also was ich sagen will:

Ich habe diesen 100 Meiler mit Schmerzen und unter Tränen (Freuden-Tränen!) gefinisht, ganz nebenbei dabei meinen Mann kennen gelernt. Dann wird es wohl doch möglich sein 9 Monate Schwangerschaft auszusitzen, mit allem was dazugehört, bis zu dieser Geburt, an die ich mal noch gar nicht denken will…

 

Das 2. Trimester, wir haben auch dieses geschafft, den Zwergen geht’s gut, die Mama macht das Beste draus und der Papa versucht das Ganze (also MICH) auszuhalten.

 

Es geht schon fast in Richtung Endspurt - Zieleinlauf!

Das 3. Trimester folgt ganz bald 😉

 

Deine Tina

 

PS: Es könnte auch sein, dass ich mal was ankündige und dann vergesse darüber zu schreiben – Schwangerschaft-Demenz lässt grüßen! Bitte um Entschuldigung.

 

dIeSeS 1. tRiMeStEr DiEsEs

Gleich mal vorweg, ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich in dieser Blog-Reihe mal wiederhole. Das könnte durchaus passieren. Aber ich habe ja eine gute Ausrede: Schwangerschafts-Demenz… Und als würde das nicht reichen 9 Monate lang, geht diese dann nahtlos über in die Still-Demenz.

Zuerst sind wir aber noch bei der Schwangerschaft, bis wir zum Stillen kommen dauert es doch noch etwas. Wenn es soweit ist, reden wir drüber (vorausgesetzt ich erinnere mich daran).

Wir sind im 1. Trimester. Sehr schön, denn ich habe mir von Anfang an vorgenommen die Schwangerschaft voll und ganz zu genießen, von Anfang an. Immerhin sollte es diese Zeit nur einmal geben (gemeint ist die Schwangerschaft, warum stellte sich früh raus – später mehr dazu). Das sollte für mich heißen: aktiv bleiben und trotzdem nachgeben, wenn der Körper Ruhe verlangt. Essen wonach der Sinn steht, also was der Bauch verlangt. Wandern und Berge erkunden solange es geht. Achja, und natürlich auch arbeiten, Yoga so viel und solange es mir möglich ist.

Tja und dann kam alles anders…

Es war, soweit ich mich erinnern kann, die dritte Woche, als es anfing. Übelkeit, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, völlige Unsicherheit und Überforderung. 

Ich kann mich noch erinnern, wir waren gerade am Weg nach Deutschland, da kam im Auto diese Übelkeit auf. Zuerst dachte ich, dass ist vom Autofahren (auch wenn ich das normalerweise nicht kenne, mein Magen rebelliert ganz selten, sogar am Trail bleib ich meistens verschont), aber leider kam die Übelkeit um zu bleiben. Lange, sehr lange, sie wollte sich nicht mehr verabschieden.

Wie waren damit die nächsten Tage, Wochen? Wunderschön… So richtig schwanger eben:

Mir war täglich schlecht, von früh bis spät hielt sich so ein konstanter Übelkeits-Spiegel. Dazu hatte ich trotzdem Hunger und die eigenartigsten Gelüste. Übergeben musste ich mich nie. Ich fragte mich immer wieder wie das möglich ist, so viel zu Essen, Lebensmittel die ich sonst ganz und gar nicht am Speiseplan hatte und trotzdem ständiges Schlechtsein. So ganz schlimme Gelüste, wie man sie immer hört – einen ganzen Becher Eis zu essen,Nutella mit Essiggurkerl, oder – wie mein Schwiegerpapa immer sagte (manchmal tut er das noch immer), den Schweinsbraten mit Vanillesauce 😉.

Man will es kaum glauben, ich schaffte es trotzdem, bis auf ganz wenige Ausnahmen, meine Gelüste vegan zu befriedigen! Aber die Übelkeit blieb… Zumindest bis zur 12., 13. SSW (ich weiß es nicht mehr so genau), dann musste ich eines Tages, kurz vor dem Mittag essen, doch ganz schnell Richtung Toilette um Platz für das Essen zu machen. Und dann gings gut, von jetzt auf gleich war die Übelkeit weg. 

 

Dazu mischte sich im 1. Trimester die Müdigkeit. Ich war oft tagelang völlig erschöpft, oder eigentlich eh sowieso ständig. Musste ganze Tage, von früh bis spät, auf der Couch verbringen. Wisst ihr was das heißt??? Keine Bewegung, nicht mal spazieren, von richtigem Sport mal abgesehen, davon waren wir eh schon ganz weit weg. ICH schaffte es tatsächlich nicht mehr mich aktiv zu bewegen. Und dann musste ich noch regelmäßig was erfinden warum ich nicht laufen, wandern & Co kann und natürlich auch nicht arbeiten. Somit war ich anfangs dauer-krank: Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Blasenentzündung standen am Programm. Bitte entschuldigt, ich musste das so weitergeben, immerhin befanden wir uns noch in diesen verhexten 12 ersten Wochen. Ich bin mir aber sicher, dass zu diesem Zeitpunkt die ersten den „Braten“ schon gerochen haben.

 

Ab und an schaffte ich noch eine Online Yoga Stunde. Dabei hatte ich schon erste „Problemchen“. Zum Beispiel bei meinem geliebten Chaturanga. Aus dem Brett in die Bauchlage zu kommen, ganz elegant und kraftvoll, mit Körperspannung die Ellbogen am Körper, eine Linie von Kopf bis Ferse. Oh ja, ich liebe dies Übung! Aber da war dann die Unsicherheit, kann/soll ich noch auf dem Bauch liegen? Und manch andere Körperregionen, etwas oberhalb des Bauches, waren schon sehr empfindlich. Hier war bereits jeder Kontakt schon sehr unangenehm (ja ganz ehrlich beschrieben, wie soll ich es auch sonst formulieren – noch direkter ist dann doch etwas peinlich…).

Die Stunden wurden also auf ein Minimum reduziert. Und meine sportlichsten Aktivitäten waren ein wenig spazieren, ganz leichtes Wandern und das Aufstehen von der Couch (dieses kann zum HIIT Training mutieren, wenn man den ganzen Tag liegt und für jeden Gang auf die Toilette oder zum Kühlschrank auf muss).

Das Ganze natürlich in ständiger Begleitung der Übelkeit und Unsicherheit ob ich denn auch alles richtig mache…

Da fällt mir gerade ein, ich habe oben noch einen Hinweis auf eine Info gegeben. Mit dieser Info, mit diesem wunderschönen Wissen, beruhigte ich mich immer wieder, warum meine Beschwerden so intensiv waren, warum es gerade mich da so heftig erwischt…

Ziemlich zeitgleich als das ganze begann, also die Beschwerden vom 1. Trimester, so kurz vor der besagten Autofahrt, bekamen wir bei einer der ersten Untersuchungen die Info, dass da zwei so unfertige Zwerge unter meinem Herzen zu leben beginnen.

Und genau DAS rechtfertigte ALLES, alle Beschwerden, jedes Wehwehchen, jeden Verzicht! Zwei Wesen im Bauch zu haben, 3 Herzen die in mir schlagen, dieses große Wunder, dass gleich doppelt zu uns kommt, das entschädigt einfach alles!

Schnell war es klar, dass es bei uns nicht anders sein konnte: wir nehmen bitte wiedermal alles, alles oder nix, geben uns mit keinen halben Sachen zufrieden – warum nur 5 km laufen, wenn es ein 100 Meiler sein kann 😉!

 

Fazit zum 1. Trimester: es war schön, mit allem was dazugehört. Klar hätten mich oft, viele aus meinem Umfeld gelyncht (Stimmungsschwankungen & Co lassen grüßen), aber ich hatte ja eine, nein ZWEI sehr gute Ausreden. 

Ich habe mich meinen Beschwerden, den typischen Symptomen hingegeben, die Bewegung drastisch reduziert und gegessen was der Bauch verlangt. Oh ja, das war alles eine große Umstellung. ABER, ich würde es immer wieder so hinnehmen, weil es wegen dieser zwei kleinen Wunder ist!

 

Deine Tina 

 

rEd Ma DrÜbEr

Hier bei mir also so alles um mich herum, das was mich betrifft, da ist es zur Zeit, oder eigentlich schon länger, etwas ruhig.

Darum habe ich jetzt beschlossen eine kleine Blog-Reihe zu starten um zu erzählen warum!

Worum es geht? Na um mich, was sonst. 

Also, dann red ma mal drüber:

 

Angefangen hat alles im November 2020. Damals wurde ein ganz spezieller Wunsch immer größer. Der Wunsch nach einer Familie und den eigenen Kindern. Den wichtigsten Teil davon hatte ich ja schon, den Teil der nötig ist um eine Familie zu gründen. 

Leider war es aber nicht ganz so einfach diesen Wunsch auch zu verwirklichen. Nur so viel dazu: hier war eine kleine Start-Hilfe nötig. Ja und kaum zu glauben, diese fruchtete (im wahrsten Sinn des Wortes) sofort, das erste kleine Wunder…

Damit diese Start-Hilfe auch funktioniert, habe ich etwas Vorarbeit geleistet. Und ganz ehrlich, das war nicht einfach für mich. Das war Arbeit, teilweise richtig harte Arbeit.

Also, von vorne, der Wunsch nach einer Familie, dem Nachwuchs halt, kam auf, und die Einsicht was dafür zu tun ist, gleich geballt mit dazu. Ich wusste sofort, wenn ich so weiter mache wie bisher, dann wird es ganz schwierig, dass sich dieser Wunsch auch erfüllt. 

Was meine ich mit: „So weiter machen wie bisher.“ ???

Mir war klar, ich musste mein Training reduzieren (achja, wer mich nicht kennt, ich laufe gerne ganz lang über ganz viele Berge, mit vielen km und einigen hm), meine Arbeit etwas runterfahren (ich bin Fitnesstrainierin, zuhause im funktionellen Krafttraining und angekommen im Yoga) und mein persönliches perfektions-Stresslevel reduzieren (immerhin, Haushalt & Co machen sich nicht von selber). 

Somit wurden die Trainingseinheiten kürzer und weniger intensiv, bei den Kursen verlagerte ich den Fokus auf ruhigere Stunden, und mein Stresslevel? Das versuchte ich mit bewusstem Durchatmen und dem Motto „der Haushalt läuft nicht weg“ zu reduzieren. Der läuft übrigens wirklich nicht weg…


Ergebnis? Ich schnaufte ziemlich oft, ziemlich intensiv, watschelte öfter, dafür kürzer durch die Gegend (da dachten sich sicher viele ich sei verrückt), und meinen Teilnehmern versuchte ich die ruhigen Kurse schmackhaft zu machen indem ich die Wichtigkeit von Dehnen, zur Ruhe kommen, den Alltag entfliehen, Zeit für sich nehmen (…usw…) und noch mehr hervorhob. Ganz klar stand ich voll und ganz hinter all den Aussagen (nicht…). Ja ich hab´s auch viel lieber aktiv…

Vielleicht merkt man, dass es mir nicht ganz so leicht fiel hier ein paar Änderungen zu machen. Aber ich wusste für was ich es tue. Und wann, wenn nicht jetzt. 

Durch dieses Virus waren die letzten Monate sowieso was Bewerbe und Training betrifft quasi umsonst. Und immerhin, ich werde auch nicht jünger. Man beachte meinen ursprünglichen Plan: als ich noch jung war, wollte ich immer mit 25 Mama von 2 Kindern sein, Familie quasi fertig, wieder im Beruf zurück und voll im Training. Haha, lachte da wohl das Universum… Jetzt bin ich schon einiges über 30, beruflich zwar grundsätzlich angekommen, aber alles seit längerem auf Eis gelegt, dafür ist nun endlich Nachwuchs unterwegs. An dieser Verzögerung von fast 10 Jahren bin ich natürlich nicht schuld, mein Mann hat mich einfach erst so spät gefunden (oder eher - „eingeholt“). 


Soweit alles klar? Falls du bei meinen Beschreibungen schon ausgestiegen bist, macht nichts, ich blicke selber manchmal nicht durch.

Ich versuchte also so ziemlich meinen ganzen, gewohnten, durchaus geliebten Alltag mit Arbeit, Kurse, Training, Bewerbe, mein „Monk-dasein“,… einmal komplett über den Haufen zu schmeißen, um Mama zu werden. 

Man könnte meinen, dass erfordert Mut, andere würden sagen das ist verrückt, und wieder andere meinen das ist genau die richtige Entscheidung. 

Ich habe mein Bestes gegeben und alles was möglich war beigetragen. Das muss man schon mal sagen, alles so mind. 360° zu verändern ist auch nicht ohne.

Und dann war der Zeitpunkt da, mein Körper hat wohl auch gecheckt was ich hier so alles opfere und sich mal in eine andere Richtung gedreht, damit die Start-Hilfe auch dementsprechend fruchtet. 


Jetzt weiß ich, dass alles funktioniert hat. Bereits seit Jänner wissen wir, dass ich alles richtig gemacht habe. Und da wurde mir dann auch klar, also damals im Jänner, dass jetzt ein richtig langer, herausfordernder Ultra beginnt. Das wird mein härtester und gleichzeitig schönster Ultra mit vielen Höhen & Tiefen werden. Dann starten wir mal los. 

Nochmal, das erste kleine Wunder hat sofort funktioniert (da gings um das fruchten und so). Im Klartext heißt das: ich bin schwanger. 


Mit dieser Info kam etwas Panik hoch, was soll, darf ich jetzt noch tun. Lieber gar nix, nicht das etwas passiert, oder doch noch ein wenig Bewegung, immerhin, es soll mir ja noch gut gehen. Bewegung ist gut für die Psyche und das es der Psyche gut geht ist gerade unter solchen Umständen ganz wichtig (das mit der Psyche und so, unter so Umständen und so, da komm ich nochmal drauf zurück). Dann war da dieses Thema Essen – mehr, weniger (weil ich ja nix mehr trainiere), andere Sachen, was trinken? Ganz klar kein Alkohol, aber Kaffee, Säfte,…?

Völlig überfordert, immer noch ganz bewusst, tief schnaufend (ziemlich oft) und mit dem kleinen Geheimnis im Bauch, geht’s auf die Rennstrecke. Im ersten Abschnitt hieß es mal standhaft und geduldig zu bleiben, damit dieses „kleine Geheimnis“ auch ein Geheimnis bleibt. Immerhin, man sagt ja vor der 12. SSW niemanden etwas…

Bemerkung am Rande: dieses „man sagt“… diese Floskel mag ich nicht, aber wir haben uns trotzdem (mehr oder weniger) drangehalten und so lang es ging das Geheimnis bewahrt. Nur ein paar Auserwählte (natürlich die zukünftigen Oma´s & Opa´s) durften die frohe Botschaft erhalten. 

 

Damit wäre mal unser Start Richtung Dick-Bauch erklärt, und warum oder seit wann es hier ruhiger ist. Beim nächsten Mal geht’s weiter. Da red ma dann über dieses 1. Trimester (was bin ich heute froh dieses überlebt zu haben). Es wird ehrlich, interessant, etwas persönlich und die Brise Sarkasmus ist natürlich auch dabei.

 

Bis bald, deine Tina